Die Geschichte zum Wandbild in unserem neuen Mehrzweckraum

Gemeinde Hamburg-Borgfelde

Umzug der Gemeinde in die „Roggenbrodsche Kapelle“ in der Alfredstraße. Da die neuapostolische Gemeinde schnell weiter wuchs, wurde die Versammlungsstätte in der Breiten Straße zu klein. Ende des Jahres 1893 wurde daher auf Anraten des Apostels Krebs vom Ältesten Wachmann das zum Verkauf stehende Grundstück Ecke Alfredstraße / Claus-Groth-Straße erworben. Hier stand eine bisher von der "Philadelphia-Gemeinde" genutzte Kapelle, die sogenannte „Roggenbrodsche Kapelle“, umgeben von einem großen Garten. Ein Pastor Roggenbrod hatte die Kirche baun lassen, um eine separate Gemeinde zu gründen. Damit hatte er jedoch kein Glück, denn als er bald darauf starb, zerstreuten sich die von ihm gesammelten Anhänger und die Kirche stand leer und verlassen. o bot sich hier eine günstige Gelegenheit, einen zweckentsprechenden und würdigen Versammlungsraum zu schaffen. Von diesem Gebäude zeugen heute noch Fotos. Im Eingangsbereich der heutigen Kirche befindet sich auch ein Kirchenmodell der Roggenbrodschen Kapelle. Dieses Modell wurde von Brüdern in aufwendiger und fachlich hochwertiger Arbeit erstellt.

Umbau der Kirche 1926

Im Sommer 1926 wurde die alte Kapelle in Hamburg-Borgfelde umgebaut und vergrößert. Nach dem Umbau hatte die Kirche Platz für etwa 700 Personen. Dabei wurde im Wohnungsanbau auch eine Geschäftsstelle eingerichtet, in der die Abwicklung des Abrechnungsverkehrs zwischen den Gemeinden und der Hauptkasse des Apostelbezirkes stattfand, aber auch die Vermögens- und Grundstücksverwaltung ihren Platz hatte. Durch die Bombardierung Hamburgs während des 2. Weltkrieges wurde auch die Borgfelder Kirche zerstört. Bei der Räumung der Trümmerstätte wurde in den Trümmern des Fundamentes die in einer Flasche verschlossene Urkunde gefunden, die bei dem im Jahre 1867 erfolgten Neubau der Borgfelder Kirche im Fundament eingemauert worden war.

Die aus den Trümmern gewonnenen Backsteine der alten Borgfelder Kirche wurden für den Kirchenneubau der Gemeinde Doosthof verwendet.

Baustelle Doosthof

Zu jener Zeit, als alles in Trümmern lag, ruhte jegliche Bautätigkeit, denn die Besatzungsmächte hatten einen Baustopp befohlen. Allerdings war auch kein Baumaterial vorhanden, da sämtliche Fabriken und vor allem die Ziegeleien daniederlagen. Nirgends rauchte ein Schornstein. Durch die Ansiedlung der Heimatvertriebenen aus den Ostdeutschen Gebieten, wurde die Versammlungsstätte von 1922 für Gottesdienste beim Landwirt Hinrich Bargsten auf dem Doosthof zu klein. Man wünschte sich eine neue Kirche, aber wie sollte man das anpacken? In Hamburg-Borgfelde auf dem Grundstück in der Alfredstraße war das Neuapostolische Kirchengebäude durch Bomben total zerstört worden. Doch unter den Trümmern, so stellte man fest, befanden sich noch viele brauchbare Backsteine. Die Frage war nur, wie bekam man die Steine zum Doosthof, da es noch keine Transportfahrzeuges gab. Ein Plan wurde aufgestellt, um dieses schier unlösbare Problem zu lösen. Viele Jugendliche und auch ältere Menschen auf dem Doosthof und aus Harsefeld meldeten sich zur Mithilfe. Zwei Männer, ein Bauer sowie ein Kaufmann, hatten für Ihre Pkw's Sondergenehmigungen für den Zonenbereich Hamburg erhalten. Sie nahmen die Helfer mit und brachten sie zur Alfredstraße nach Hamburg-Borgfelde (Nähe Berliner Tor). Mit viel Mühe und großem Einsatz wurde der Kalkmörtel von den brauchbaren Steinen entfernt. Innerhalb eines Jahres konnten zigtausend Backsteine geborgen und aufgeschichtet werden. Von einer Hamburger Bierbrauerei konnten Pferdefuhrwerke organisiert werden (im Gegenzug, bekam die Brauerei für Ihre Pferde Roggen vom Doosthof)die die Backsteine zum Güterbahnhof brachten. Dort angekommen, luden die Helfer die bereitgestellten Güterwaggons voll, welche für den Bestimmungsbahnhof Bargstedt vorgesehen waren. Auf dem Doosthof und Umgebung waren einige Bauern bereit, den Transport mit ihren Pferdefuhrwerken vom Bahnhof Bargstedt zum 3 Km entfernten Dörfchen Doosthof zur Baustelle vorzunehmen.

Mit dem Kirchenbau konnte am 18.Februar 1949 begonnen werden. Wiederum meldeten sich viele Helfer, die ohne Entgelt mit großem Einsatz arbeiten wollten.