Zu jener Zeit, als alles in Trümmern lag, ruhte jegliche Bautätigkeit, denn die Besatzungsmächte hatten einen Baustopp befohlen. Allerdings war auch kein Baumaterial vorhanden, da sämtliche Fabriken und vor allem die Ziegeleien daniederlagen. Nirgends rauchte ein Schornstein. Durch die Ansiedlung der Heimatvertriebenen aus den Ostdeutschen Gebieten, wurde die Versammlungsstätte von 1922 für Gottesdienste beim Landwirt Hinrich Bargsten auf dem Doosthof zu klein. Man wünschte sich eine neue Kirche, aber wie sollte man das anpacken? In Hamburg-Borgfelde auf dem Grundstück in der Alfredstraße war das Neuapostolische Kirchengebäude durch Bomben total zerstört worden. Doch unter den Trümmern, so stellte man fest, befanden sich noch viele brauchbare Backsteine. Die Frage war nur, wie bekam man die Steine zum Doosthof, da es noch keine Transportfahrzeuges gab. Ein Plan wurde aufgestellt, um dieses schier unlösbare Problem zu lösen. Viele Jugendliche und auch ältere Menschen auf dem Doosthof und aus Harsefeld meldeten sich zur Mithilfe. Zwei Männer, ein Bauer sowie ein Kaufmann, hatten für Ihre Pkw's Sondergenehmigungen für den Zonenbereich Hamburg erhalten. Sie nahmen die Helfer mit und brachten sie zur Alfredstraße nach Hamburg-Borgfelde (Nähe Berliner Tor). Mit viel Mühe und großem Einsatz wurde der Kalkmörtel von den brauchbaren Steinen entfernt. Innerhalb eines Jahres konnten zigtausend Backsteine geborgen und aufgeschichtet werden. Von einer Hamburger Bierbrauerei konnten Pferdefuhrwerke organisiert werden (im Gegenzug, bekam die Brauerei für Ihre Pferde Roggen vom Doosthof), die die Backsteine zum Güterbahnhof brachten. Dort angekommen, luden die Helfer die bereitgestellten Güterwaggons voll, welche für den Bestimmungsbahnhof Bargstedt vorgesehen waren. Auf dem Doosthof und Umgebung waren einige Bauern bereit, den Transport mit ihren Pferdefuhrwerken vom Bahnhof Bargstedt zum 3 Km entfernten Dörfchen Doosthof zur Baustelle vorzunehmen.
Mit dem Kirchenbau konnte am 18.Februar 1949 begonnen werden. Wiederum meldeten sich viele Helfer, die ohne Entgelt mit großem Einsatz arbeiten wollten.